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Dienstag, 13. Juli 2010

Bronze

Den dritten Platz belegte Deutschland am Ende der Weltmsisterschaft 2010. Man muß sagen einen tollen dritten Platz, mit vielen phantastischen Spielen.

Leider fällt auf diese WM aber auch der Makel, einer Mannschaft ohne Freude und Herz. Hier ist nicht das Spielerische gemeint, da bewies das Team sehr wohl ein Kämpferherz und Freude an einem guten Spiel. Es geht um das drum herum. Da kommt die Mannschaft im Luxusbomber (E380) der Lufthansa angeflogen und hält es nicht für nötig mal kurz duch die Tür zu gucken und den tausend Fans einen kurzen Gruß zu überbringen. Es hätte doch schon ausgereicht, für 10 bis 15 Minuten vor die Türe zu kommen und ein paar Autogramm zu schreiben bzw. ein paar Hände zu schütteln. Alle wären zufrieden und die Spieler hätten gleich wieder abhauen können. Doch auch das war ihnen zu anstrengend. Da standen vermutlich Pappis mit ihren kleinen Söhnen stundenlang in der Flughafenhalle um dann frustriert wieder nachhause fahren zu können. Eine echte Blamage!

Einen von der DFB PR-Abteilung geschriebenen Dankesbrief an die Fans zuhause zu "schreiben" ist das eine, sich dann wirklich den Fans verbunden zu fühlen ist das andere. Diese Unlust zog sich schon durch die ganze WM. Mal abgesehen vom Spiel gegen England, wo man c.a. 30 Sekunden vor den Deutschen-Block kam, war es den Profis immer zu anstrengend sich direkt bei den deutschen-Fans zu bedanken. Selbst gegen Argentinien wurde es nur eine schlappe Winke, Winke Stadionrunde. Selbstverständlich sind die Spieler da um Tore zu schießen. Das haben sie bei sagenhaften Spielen auch grandios geschafft. Jedoch was das Feiern und die Verbundenheit mit den Fans angeht, so sind die Deutschen die absolut schlechtesten und peinlichsten der ganzen WM. Als Beispiel sollen zwei Spiele in Kapstadt dienen. Nach unserem Spiel gegen Argentinien sammelte sich auf den Plätzen hinter einem Tor der deutsche Fanhaufen und startetete eine muntere Party. Alle haben gehofft, wenigstens ein paar Spieler würden nochmal rauskommen. Nach einer Stunde bin ich gegangen. Die Party war toll, die Mannschaft kam nicht. Ein paar Tage später spielte Holland gegen Uruguay. Die Holländer gewannen und machten das gleiche wie wir deutsche. Die Party wurde zelebriert und diverse Spieler kamen. Sie kamen nicht nur, nein, sie feierten auch kräftig mit. Bei diesen Spielern merkte man, daß sie es ehrlich meinen, daß sie sich freuen und das sie verbunden sind mit den mitgereisten Fans. Hier mußte wahrscheinlich auch niemend kommen und sie etwa mit Gewalt raustreiben.

Hat das vielleicht auch damit zu tun, daß man sich heutzutage eine Nationalmannschaft nach Wunsch aussuchen kann? Nicht etwa wo gehöre ich hin, sondern wo verdiene ich mehr Geld, wo habe ich mehr Chancen, wo steigere ich meinen Marktwert? Ein Herr Boateng sollte sich ein Beispiel an der Mannschaft Ghanas nehmen. Die sind nach der Niederlage gegen Deutschland mit Fahne um das Stadion gelaufen und haben sich wild feiern lassen. Ein Herr Özil sollte sich ein Beispiel an der türkischen Nationalmannschaft nehmen. Bis zum Umfallen würden die bei der WM für ihr Land kämpfen und sich dann trotzdem noch den Fans stellen und sich feiern lassen. Und womit? Mit Recht! Würden die sich so lächerlich in Istanbul davonstehlen und ihre Landsleute so sitzenlassen und blamieren, ich glaube die hätten nichts mehr zu lachen. Spieler dieser Länder würden sich für ihr Land zerreisen auch ohne vorher ausgehandelter Prämie, weil sie ihr Land lieben!

Herausnehmen möchte eigentlich nur die Spieler Podolski und vor allem Manuel Neuer. Die gehören wirklich zum Volk. Besonders bei Neuer merkte man während der ganzen Spiele, daß er doch sehr gerne mal kurz gekommen wäre. Aber auch er folgte dem DFB Herdentrieb. Vielleicht kommt dann noch Schweinsteiger dazu? Aber der Rest der Nutella Generation überzeugte eher durch Arroganz und Unwillen. Immerhin konnte man bei Cacau erkennen, daß er sich wirklich Mühe gibt zu Deutschland zu gehören. Er ist zwar Brasilianer, doch sein anscheinend ehrliches bemühen zu Deutschland zu gehören ehrt ihn.

Alles in allem war es eine tolle Weltmeisterschaft. Dazu haben auch die von mir kritisch Betrachteten Spieler ihren erheblichen Beitrag geleistet. Wunderbare Spiele bzw. Erlebnisse! Alleine der Sieg gegen die großmäuligen Inselaffen, hat die ganze WM schon mal gerettet. Aber manchmal möchte man ihnen doch sagen: Freundlich sein ist gar nicht so schwer!

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