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Dienstag, 31. Juli 2012

Inspire a Generation

....so lautet der Slogan der Olympischen Spiele 2012 in London. Ich machte mich mit Uwe am Freitag auf nach Großbritannien, um mich auch etwas inspirieren zu laßen. Zuerst führte unser Weg über die Niederlande nach Belgien. Dort besuchten wir das Fußball Vorbereitungsspiel SV Veurne gegen Bredene Sport.

Will Tur Sportpark

Außer uns waren sogar noch ein paar andere Zuschauer da. Außerdem hatte die Kneipe geöffnet, so daß man einen lockeren Abend verbringen konnte

Weiter ging es nach Frankreich zum Tunnel, wo wir mit der Bahn nach England rüber fuhren. Schon hier konnte man erkennen, daß es in Großbritannien eine ziemliche Poleninvasion gibt. Überall waren sie und ihre Autos zu sehen. Doch nicht weil sie Fans der  polnischen Olympiamannschaft sind, sondern weil sie dort immigrieren. Wenn man das gesehen hat, dann könnte man glauben, in Großbritannien leben noch mehr Polen als in Deutschland.

Die Reise ging bis in einen Vorort von London, wo wir noch etwas im Auto schliefen. Dann sollte es aber los gehen. Mit dem Zug zum ExCel Center. Dort hatten wir morgens Karten für Judo. Die Leute waren sehr freundlich, jedoch mutet es schon etwas komisch an, wenn die Einlaßer uniformierte Soldaten sind. Überall verteilt standen auch Polizisten mit Gewehr im Anschlag. Hinein durfte man nur nach einem Röntgencheck, wie am Flughafen. Auch bei den Volontären, liefen durchaus merkwürdige Gestalten rum. Im Excelcenter sind viele Sportarten untergebracht. Man kann sich das wie eine riesige Flughafenhalle vorstellen, in der links und rechts eine Sporthalle nach der anderen kommt. Die Judohalle war, wie fast alle anderen Sportstätten auch, eine Stahlrohrkonstruktion, die sehr wahrscheinlich nach den Olympischen Spielen wieder abgebaut wird. Die ganze Anlage ist sehr zweckmäßig aufgebaut, dabei hat man auf besonderes Flair wenig Wert gelegt. Fanden wir jetzt auch nicht schlimm, wir waren ja zum Sport da. Bereits nach 15 Minuten stand der erste bundesdeutsche Judoka auf der Matte. Leider war der erste Kampf auch schon der letzte von ihm. Der Österreicher Ludwig Paischer gewann seinen ersten, flog dann aber auch schon im zweiten raus. Sicherlich eine große Enttäuschung, für unsere Landsleute aus Österreich. Ging Paischer doch als Medaillenhoffnung ins Rennen. Später saß die ganze Paischer Truppe bei uns auf der Tribüne. Rauchen war natürlich verboten, deshalb sind wir nach Stunden des Judos auch froh gewesen eine nette Hotelbar gefunden zu haben, in der man ein Pint für etwa 4,50 Pfund bekam. Natürlich teuer, doch immer noch besser als die Alternative. Diese bestand aus 0,33 Heineken für 4,30 Pfund. Schnell ein paar gezicht und dann ab zum Boxen.

Judohalle


Aufgrund der kurzen Entfernung wurde die Boxhalle schnell erreicht. Bei fetziger Musik wurden auch schon die ersten Boxer vorgestellt. Wieder gab es viel Sport zu sehen. Unter anderem sahen wir einen Sieg des deutschen Härtel . Vielleicht der Höhepunkt in der Halle war aber ein Kampf Venezuela gegen Ungarn. Eine junge Damen aus Venezuela, offensichtlich der Olympiamannschaft angehörig, krakeelte von Beginn an ununterbrochen durch die Halle. Zunächst gab es nur ein Schmunzeln, doch dann fingen die Zuschauer nach jeder Schreiaktion mit lautem Hey zu antworten an. Später setzte die Halle Venezuela Sprechchöre an. Die verrückte Dame war nun so glücklich, daß sie vor der großen Anzeigentafel auch noch anfing zu tanzen.

Boxhalle
Die Boxer haben sich sicher verwundert gefragt, woher denn diese große Stimmung kommt? Schlußendlich gewann der Ungar, was ihm auch ein paar Buhrufe einbrachte, was aber jetzt nicht ernst gemeint war. Beim Gang aus der Halle wurden beide Boxer stürmisch gefeiert. Nach dem letzten der zwölf Kämpfe, war noch kurz Zeit für eine Zigarette, bis wir auch schon wieder die nächsten Athleten besuchten.

Zielpunkt jetzt war die Tischtennishalle. Einige Stunden waren wir nun schon unterwegs und jetzt wurde es etwas schwierig. Auf vier Tische verteilt wurden Matches ausgetragen. Da mußte man sehr auf der Hut sein alles mitzubekommen. Wirklich sehenswert, was die an der Platte zaubern. Um etwa 22:15 Uhr verließ dem Kameraden Hanssen etwas der Olympische Geist. Zwei Platten waren noch besetzt. Eine Eineinhalb armige Polin gegen eine Dänin und eine für Österreich startende Chinesin gegen Weißrussland. Gezeichnet von der Müdigkeit eines langen Sporttages, schlug er den Rückzug vor. Mit der Bahn ging es wieder in den Vorort, wo wir diesmal ein Formel1 Hotel gebucht hatten. Noch ein Bier und dann war auch ich bald am schlafen. Um 5:30 Uhr mußte ich schon wieder aufstehen, da heute der erste Sport bereits um 08:30 Uhr anstand. Diesmal mußten wir in den Olympiapark. Mit dem Auto fuhren wir nach Upminster Bridge, damit wir so früh überhaupt eine Bahnverbindung nach London hatten. Nach wenigen Stationen war für Jens Uwe die Fahrt aber erstmal wieder beendet. Es fiel ihm auf, daß er seine Eintrittskarten im Auto vergessen hatte. Ich stieg in West Ham aus und ging zu Fuß zum Olympiapark. Auf dem Weg dahin standen alle 20 Meter Helfer mit einer dicken Schaumstoffhand und zeigten in die Richtung des Parks. Zudem wurde man von fest jedem(er) Volontär(in) begrüßt und gefragt wie es einem geht. Außerdem war jeder total überglücklich das ich in London bin. Eigentlich hätte man sich kaum verlaufen können, das wirkte alles eher wie Monty Pyton. Lustig auch die immer wieder aufgestellten Strandbewacher Stühle a´la Baywatch. Dort saßen Helfer mit einer Flüstertüte. Die weißen saßen dort eher gelangweilt rum und guckten in der Gegend umher. Die schwarzen nutzen die Gunst der Stunde und quatschten munter drauflos, sangen einen Rapp oder eröffneten eine Speakers Corner. Der Anteil der Inder, Pakistani, schwarz pigmentierten oder sonstigen Migranten war sowieseo sehr hoch. Also was da von der Security alles rekrutiert wurde, war manchmal sehr schauerlich. Endlich im Park angekommen, mußte ich noch eine ganze Weile bis ins Riverbank Stadion gehen, wo Australien gegen Neuseeland bei den Damen spielte. Wenigstens konnte ich mir so den Park, mit den ganzen Sportstätten etwas genauer angucken. Im Hockeystadion setzte ich mich natürlich wieder ganz nach oben in eine Ecke, wo ich meine relative Ruhe hatte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit, sah ich auch Jens Uwe ankommen. Ziemlich geschlaucht sah er aus und geschafft hat er es auch nur noch bis zum ersten freien Stuhl. Ich ging dann zu ihm runter und erfuhr, daß er auch von West Ham zu Fuß gekommen war. Jetzt war er platt.

Hockeystadion
Eigentlich hatten wir nun noch gültige Karten für das Damen Hockeyspiel Niederlande gegen Belgien, doch wir gingen volles Risiko und suchten im Park nach einer weiteren Sportart. Beim verlaßen der Anlage, verlor unsere Karte ihre Gültigkeit, so liefen wir nun ins Ungewisse. Nach etwas Fragerei fanden wir ein Ticket Office vor der Basketballhalle. Zwar war alles ausverkauft, doch wurden hier so genannte "Reseller" verkauft. Neue Karten für die Leute die gar nicht kommen oder z:b bei einer Doppelveranstalltung vorher das Stadion verlaßen. Nach einer halben Stunde schlangestehen, bekamen wir Tickets für 5 Pfund. Das nennt man ein Schnäppchen! In der Basketballhalle ein gutes Spiel zwischen Brasilien und Australien. Leider auch hier der amerikanische Zirkus mit Animation und einem dazwischenplappern während des Spiels.

Basketballhalle
Ziemlich ätzend auch die Security, die ständig auf der Suche nach brasilianischen Fahnen war, die dann abgehängt werden mußten. Außerdem wurde einer Gruppe verboten ganz normale Fahnen auf dem Schoß zu haben. Einfach nur lächerlich! Mittlerweile fing es draußen an zu regnen. Zum Glück aber nach dem Basketballspiel nicht mehr lange, so kamen wir ziemlich trockenen Fußes zum nächsten Sport.

Wasserball der Herren mit den Spielen Italien - Australien und Ungarn - Serbien. Die Wasserballhalle ist mit zwei sehr steilen Tribünen versehen und auch aus Stahlrohr. Außerdem gab es dort leichte Klimaschwankungen. War es zuerst schwülwarm, so setze später eine Kühlung ein und die Fahnen tanzten an der Decke. Dann war es auch mal wieder heiß um später wieder kühler zu werden.

Wasserballhalle

Nach den beiden Spielen mußten wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof machen um unser Auto zu erreichen. Der Tunnel wartete. Leider viel zu früh. Liebend gerne wäre ich noch zwei Wochen geblieben, es hätte noch soooo viel gegeben. Doch da sind wir wieder beim alten Thema, es fehlt an Zeit, Urlaub und Geld. Auf der Rückfahrt noch ein paar Bier getrunken, damit die Trauer verschwindet und schnurstracks zur Arbeit. Hier konnte man sich aber immerhin noch etwas ins Auto zum schlafen legen.

   Noch ein paar Bilder:

Blick durch den "Schlauch" des ExCel Centers


Austreten zum rauchen und biertrinken
Blick in den Olympiapark
feel like a winner: recycle here.....Wird doch glatt gemacht....... I felt like a winner.....
Olympisches Dorf
Blick aus dem Hockeystadion. Im Hintergrund das Olympische Stadion.
Beim Wasserball


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