Vor rund zwei Jahren sollte das Stadion bereits niedergewaltzt werden. Dies konnte gerade noch abgewendet werden. Zu dieser Zeit sagte ich bereits: Leute paßt auf, die Politiker werden den Abriss des Stadions weiterhin auf dem Radar haben und nicht locker lassen. Meine Bedenken wurden, wie so häufig, nicht ernst genommen und am Ende habe doch wieder ich recht gehabt.
Das Stadion mit umliegenden Areal soll einem Designer Outlet Center weichen. Einer Verkaufsstadt im großen Maße. Dieses DOC sollte zunächst im Remscheider Stadteil Lüttringhausen-Blume gebaut werden. Dort gibt es einen direkten Autobahnanschluss und die Region besteht im großen Umfang aus grüner Wiese. Im letzten Jahr wurde ein Bürgerentscheid in der Stadt Remscheid ausgeführt. Möchten die Remscheider ein DOC an der Blume, ja oder nein? Mit rund 75 Prozent wurde pro DOC abgestimmt. Alles schien entschieden, doch dann kamen die Demokraten ins Spiel. Die Landesregierung NRW kümmerte sich einen Scheißdreck um das Ergebnis und verbot den Bau aus verschiedenen Gründen. Regierungspräsidentin Anne Lütkes (Die Grünen), machte den Planungen ein Ende und begrub damit auch sehr viel Geld, welches bereits an Bebauungsplänen, Gutachten etc ausgegeben war.
Einige Zeit nachdem sich die Aufregung um die ersten Stadionabriss Pläne gelegt hatte, kam ein Investor an die Öffentlichkeit, der aus dem ganzen Stadiongelände einen neuen modernen Sportpark bauen wollte, so nannte man es. Sporthallen, Einkaufsläden und ein umgebautes Stadion. Schon hier war mir der Umbau des Stadions aber nicht ganz gehauer. Wie groß das denn schlußendlich sein sollte wurde nie berichtet. Letzte Woche Freitag aber berichtete die Presse, daß diese Pläne sich erledigt haben und der Investor abgesprungen ist. Einen Tag später platzte die Bombe. Das DOC kommt nun nach Lennep und das Stadion wird abgerissen. Dazu verliert die Stadt auch noch den großen Kirmesplatz, auf dem seit ewigen Zeiten Volksfeste ausgetragen werden. Alleine der Zeitpunkt verdeutlicht, wie sehr die Politiker ständig an der Vernichtung des Stadions gearbeitet haben.
Oberste Hüter dieser Entscheidung sind die Bürgermeisterin Beate Wilding (SPD) und ihr Liebesgefährte Hans Gerd Sonnenschein (SPD). Passenderweise gleich Stadtplaner. Diese Kreaturen sind, wie eigentlich die ganze Stadt, von großer Sportfeindlichkeit geprägt. Über das Chaos im normalen politischen Geschäft wollen wir hier mal schweigen, doch im Sport glänzen sie immer wieder mit Ahnungslosigkeit. So wird den vom Abriss betroffenen Vereinen, ein neues Stadion versprochen. Leider hat die Stadt aber kein Geld. Etwas neues wird bestimmt gebaut aber wie sieht das dann aus? In das jetzige Stadion passen bis zu 150000 Zuschauer. Der Neubau wird eine etwas bessere Bezirkssportanlage werden. Nimmt man die strengen Anforderungen des DFB, was Stadionsicherheit und Ablauf der Spieltage betrifft, so ist schon jetzt davon auszugehen, daß in Remscheid mit viel Glück, vielleicht noch viertklassiger Fußball möglich ist. Alles was danach kommt ist unmöglich, da ein geeigneter Austragungsort fehlt. Den dummen fehlt dazu aber der Verstand. Hört man sich um, so wird immer darauf verwiesen, daß doch noch nichts endgültig entschieden ist und außerdem dann etwas neues gebaut wird. Ja, aber was??? Dann kommt sie, die Bezirkssportanlage Marke Provinz. Mal etwas weiter denken würde nicht schaden. Einen schwachen Eindruck macht auch der Präsident des FC Remscheid Dieter Maar. Dieser ist gleichzeitig im Heimatbund Lüttringhausen und damit knallharter Verfechter gegen das DOC an der Blume. Jetzt freut er sich darüber das in Lennep gebaut wird und gibt sich ausdrücklich positiv gegenüber dem DOC. Das Stadion gibt er widerstandslos auf. Überhaupt scheinen sehr viele unter Drogen zu stehen. Ein FC Remscheid, der den dummen Versprechungen auf ein neues Stadion glaubt, die Politiker der Stadt, die ausnahmlsos für den Abriss sind (was anderes ist man von denen aber auch nicht gewohnt) und viele Bürger, die für den Kommerz wahrscheinlich auch noch ihre Seele verkaufen würden.
Kommt hier eins zum anderen? Ein verdummtes Volk, eine Fußballmannschaft, die in der Liga zur Zeit wahrlich kein Ruhmsblatt abgibt und es damit der Politik sehr leicht macht, oder auch der Remscheider selbst, der kaum noch ins Stadion geht. Wenn man jedes Wochenende etwas anderes vor hat als seinen Heimatverein zu Unterstützen, dann gehen natürlich die Argumente pro richtiges Fußballstadion aus.
Nur noch ein Wunder kann jetzt die Rettung bringen. Da gibt es die umliegenden Städte und Gemeinden, die den Vorgang sehr kritisch sehen. Da gibt es Bodenproben, die etwas bedenklich schienen und da gibt es Lenneper Einwohner, die nun in ein ganz anderes Umfeld gepresst werden. Anstatt die Konsumstadt auf freiem Gelände zu bauen, wird sie nun mitten in einem Zentrum errichtet. Anfahrende Fahrzeuge brauchen, je nachdem welche BAB Ausfahrt genommen wird, zwei bis drei Kilometer durch Stadtgebiet. Dieses über Strassen, die jetzt schon in der Hauptverkehrszeit überlastet sind.
Heimat und Identität wird genommen, ein Kommerztempel entsteht. Dies alles in einer Stadt, die sowieso kein Geld hat und eine Politik führt, bei der man sich nur grausen kann.
Hier Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit, wofür Geld ausgegeben wird:
Hier Hier
Was passiert, wenn das DOC nicht den erhofften Erfolg bringt? Das Stadion ist dann weg und wird im Normallfall auch nie wieder kommen.
Au revoir stade - Bonjour tristess

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