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Dienstag, 24. Juni 2014
Copa 2014
Nach zwei Wochen WM, komme ich mal dazu etwas hier rein zu schreiben. Wie soll man das nun alles zusammenfassen? Dazu tippe ich hier auf einer echten Scheissmaschine im Internetladen.
Es fing mit der versuchten Abfahrt zum Flughafen an. Durch das Unwetter waren etliche Verkehrswege lahmgelegt. Auch mein ICE mach Amsterdam war bereits gestrichen. Nun wollte ich per Nahverkehr in die Niederlande. Doch schon die S-Bahn fuhr nicht. Kollege Hanssen fuhr mich dann dankenswerterweise nach Duesseldorf. Hier weiteres Chaos. Kaum Zuege die fuhren, fast keine Informationen und ein grosser Menschenauflauf. Mit viel Glueck, bekam ich ein Taxiticket nach Moenchengladbach. Von da bin ich mit einer Niederlaenderin weiter bis Venlo gefahren. Zum Glueck konnte ich von dort problemlos ueber Eindoven und Utrecht zum Flughafen gelangen. Weiter bis nach Rom und auch dann nach Sao Paulo alles in Butter. Im Flieger viele Fussball-Fans aus den verschiedensten Nationen.
Von Sao Paulo ging es fuer mich zunaechst mit den Oeffis weiter nach Sao Caetano Do Sul. Einem Vorort. Die funktionierenden Verbindungen haben mich ueberrascht. In dem Ort war ich fuer die erste Nacht bei einer airbnb Familie untergebracht. Nette Menschen mit einer Tochter, die fliessend englisch spricht. Heute sollte das Eroeffnungsspiel Brasilien gegen Niederlande sein und ich fuhr zu einer zentralen Metrostation. Hier traf ich noch Steffen als ploetzlich Unruhe aufkam. Demonstranten tauchten auf und die Polente hinterher. Ausserdem etliche Reporter mit Helmen und Gasmasken. Wir setzten uns in eine Kneipe und schauten uns beim Bier das Spektakel an. Bei den Demonstranten sehr viele ziemliche Schmierlappen, doch fuer Unterhaltung war gesorgt. Als wir zum Stadion wollten, musste leider erkannt werden, dass die Polizei die Metro dichtgemacht hatte. Steffen fuhr mit dem Taxi, ich zuerueck in die Kneipe und mit Brasilianern Fussball geguckt. Sofort nach Abpfiff bin ich wieder in die Metro um zu meiner Famile zu fahren. Ich wollte nicht schon wieder vor einer gesperrten Station stehen. Klappte auch. Bei meiner Familie wurde es nun richtig schoen. Essen wurde aufgefahren, es gab Bier und noch zwei weitere nette Maedels tauchten auf. Am naechsten Morgen hiess es dann wieder ab zum Flughafen. Weiter nach Salvador da Bahia.
Beim Landeanflug musste die Maschine durchstarten. Keine Ahnung warum? Nachdem dann etwas ueber dem Meer gekreist wurde landeten wir doch noch aber in einer sehr polternden Weise. Heute war Niederlande - Spanien, doch schon kurz nach Ankunft konnte ich mir das abschminken. Chaotischer Busverkehr! Der Busfahrer musste erst noch angekarrt werden. Bis in die Stadt dauerte es dann auch 2,5 Stunden. Auch weil mal wieder Demo war. Als ich endlich aussteigen konnte, stieg ich in ein Taxi, welches mich zu meinem Hotel brachte. Eine ziemliche Bruchbude, in der ich allerdings ein Einzelzimmer hatte, welches ok war. Die Umgebung genau das wo vor man immer gewarnt wird. Ich war vermutlich einer der wenigen nicht Einheimischen und dazu noch weiss. Egal, ich raus und nach einer Weile eine nette Kneipe gefunden, wo ich Fussball gucken konnte. In Brasilien bekommt man meistens 0,6 Liter Pullen, was sich mit der Zeit bemerkbar macht. Als ich Nachts raus bin, musste ich quer durch ganz ueble Ecken inklusive Regen. Dazu verlief ich mich noch und landete fast in einer Favela. Ein Tankwart brachte mich sicher zurueck. Am naechsten Tag Historisches Zentrum und Abends wieder in die Kneipe. Nach dem letzten Spiel wieder zum Hotel. Diesmal fand ich nicht nur den Weg, sondern auch eine Horde Asis, mit denen ich an einer Strassenbude weiter Bier trank. Keine Ahnung, ob die mir Angst einjagen wollten, doch nach der ersten Buechse und ein paar Zigaretten waren die ganz umgaenglich. Dazu warnten sie mich weiter alleine durch das Viertel zu laufen. Auch bis zum Hotel waere es gefaehrlich. Ich habe es dennoch ueberlebt.
Naechster Tag, naechste Reise. Die neue Unterkunft war in Lauro do Freitas. Das sind c.a. 30 Kilomter von Salvador weg. Hier traf man auf weitere Kameraden, mit denen die naechste Zeit verbracht wurde. Dort gab es auch einen ganz annehmbaren Strand, mit Bierbuden etc.. Spaetestens ab jetzt holte ich mir derbe Sonnenbraende.
Zum Spiel Portugal-Deutschland fuhren wir mit dem Taxi, was einer Tortour gleich kam. In der Stadt ging gar nichts mehr! Eine Spur wurde auch noch fuer die Offiziellen gesperrt. Weit vor dem Stadion sind wir raus aus dem Taxi und zu Fuss weiter. Vor dem Stadion liegt ein schoener See, wo man sich traf. Im Stadion ein souveraener Sieg Deutschlands. Einige deutsche vor Ort und auch die Stimmung war in Ordnung. Nach Abpfiff wieder zu den Bierbuden bei den Einheimischen. Hier entwickelte sich eine schoene Party. Irgendwann mit dem Taxi nachhause. Nach noch etwas Lauros Do Freitas, wieder zum Flughafen und weiter nach Fortaleza. Leider hatten wir hier eine ganz miese Bude gebucht, die uns ziemlich schnell wieder fliehen liess. In der Innenstadt fanden wir etwas besseres. Das Fanfest ist 400 Meter entfernt und auch sonst ist alles vorhanden. Kneipen, Strandpromenade, Wasser. Es ist hier allerdings extrem heiss! Die Brandstellen mehren sich. Zum Glueck bin ich noch nicht von der Todesmuecke gestochen wurden. Meistens feiern wir hier in der Varanda Tropical. Ist nicht weit vom Hotel weg. Am Spieltag wieder Verkehrschaos. Das Taxi fuhr bis drei Kilometer ans Stadion ran und dann hiess es, ab durch die sengende Sonne bei ueber 30 Grad. Das hat die Fifa wieder ganz klasse hinbekommen. Im Stadion zum Glueck wieder Schatten und auch Bier gibt es hier. Ab Anpfiff wurde die Stimmung sehr agressiv. Ordner und Polizisten stuermten in die Bloecke und rissen Deutschlandfahnen herunter. Die Fifa hatte mal wieder ein ganz fanfreundlisches Fahnenverbot ausgegeben. Hinzu kam noch, dass fast alle nicht Deutschen gegen Deutschland waren. Aus Ghana tippe ich mal auf 200 Fans. Aus Deutschland einige tausend. Das schwache deutsche Spiel liess einem auch nicht vor Glueck jubeln. Immerhin ist nicht verloren worden und es ist noch alles drin. Nach dem Spiel zur Promenade in der Stadt, wo nochmal richtig gefeiert wurde. Die Nacht ueberstand ich nicht unfallfrei. Ich stuerzte besoffen aus dem Bett und zog mir eine kleine Wunde und ein blaues Auge zu. Das ueberlebe ich auch noch. Heute Abend geht es mit dem Bus von Fortaleza nach Recife zu unserem naechsten Spiel gegen die USA. Hier im Ort spielt gleich Griechenland-Elfenbeinkueste. Wenige Griechen und Ivorer bisher zu sehen. Gestern Abend war ich mal Abends am Strand naehe Fanfest. Das war eine schoene Stimmung. Brasilien hatte gegen Kamerun gewonnen und es traten brasilianische Musiker live auf. Die Stimmung war super. Auch ich geriet dabei in einen heftigen Regenschauer, doch da gingen die Brases so richtig ab. Viele sprangen ins Meer und tanzten zu den Klaengen ihrer Musiker.
Jetzt noch ewtwas zu den Ochsen, die es hier auch gibt. Ich sitze hier im Internetladen und meine Stunde neigt sich dem Ende. Also hin und fuer 5 Real verlaengern. Der kann keinen 50er wechseln und meint ich muesse draussen rumhuepfen um es ihm passend zu machen. Ich mache ihm deutlich, ich zahle dann spaeter. Der haut mich natuerlich puenktlich raus aus der Leitung. Wuerde blogspot nicht zwischenspeichern, dann waere all mein getipptes wieder weg gewesen.
So ziehen die Tage ins Land. Bis zur Abfahrt meines Busses jetzt noch etwas wandern und dann Kneipe mit Fussball. Es ist immer noch bruellend heiss.
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