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Samstag, 30. Juni 2012

Dat war´s



Von Wladyslawowo fuhren wir einen Tag vor dem Halbfinale Richtung Warschau. Ab Gdingen nannte sich der Zug Express. Was das aber mit Express zu tun hat, wird wohl nur der Namensgeber selbst wissen. Alleine bis hinter Danzig hat der Zug etliche Halts an Bahnhöfen und auf freier Strecke gemacht. Auch danach bis Warschau eine sehr zähe Angelegenheit. Man konnte deutlich erkennen, daß die Polen ihre Bahnstrecke bei weitem nicht bis zur EM erneuern konnten. Zwar gibt es viele Baustellen, doch das Arbeitstempo ist amateurhaft. Von Warschau Centralna mit dem Taxi zum Hotel. War zwar eine ziemlich ostmäßige Gegend, doch ansonsten OK. Wie es der Zufall so will, war das Hotel voll mit polnischer Polizei, die selbst aussahen wie Hooligans. Rannten auch schon mal mit Gewehren durch die Anlage. Außerdem stieg dort die gesammte deutsche Zivilpolizei ab. Ließen uns in Ruhe. Mittlerweile kennt man sich ja nun zu genüge. Lediglich einmal wurde ich in der Bierbude verbessert, daß es sich bei ihnen nicht um Bullen, sondern um Polizisten handelt. Wenns weiter nichts ist? Ziemlich schnell nach dem ersten Halbfinale machte das Festzelt vor dem Hotel zu und wir wechselten in die 200 Meter entfernte Bierbude. Hier kaufte ich das Restbier aus dem Kühlschrank und man vergnügte sich noch ein paar Stunden. Alle Flaschen? Nein! Eine ließ ich zurück, diese durfte Wackel aus Essen am nächsten Morgen zu sich nehmen, da dies bis zu diesem Zeitpunkt immer noch die einzige in dem Laden war. Dank des grandiosen Einsatzes vom Schweinemetzger, war die Kartenfrage für mich und den Fotzenbär auch schnell positiv entschieden. Bei der Kartenabholstelle für die deutschen-Fans ging es sehr unwürdig zu. Fast keine Schalter aber hunderte Fans, die sich knubbelten. Dauerte dementsprechend sehr lange. Ganz schwach geplant. Die Gruppe teilte sich nun etwas auf. Mit Solingern und Leipzig zogen wir in die Innenstadt. Dort gleich in einen Seitenkneipe Marke "Garten Eden". Eigentlich entspannend, jedoch mit ziemlich komischen Wirt. Etwas später tauchten auch noch ein Haufen Düsseldorfer auf, so das es mit der Ruhe nicht mehr so war. Lustig war es dennoch. Von den Düsseldorfer Chaoten hatte fast niemand eine Karte und so kam es unterstützt vom Alkohol zu sonderbaren Situationen, was jeder so vor hatte. Zum Stadion ging es zu Fuß. Zum Schluß mußte man über eine große Brücke gehen, bevor das Stadion erreicht wurde. In der Stadt wurden nur ganz selten Italiener gesichtet. Die absolute Masse stellten Deutsche und Polen. Im Stadion war es gleich. Zwei kleine italienische Fanblöcke, ein größerer deutscher und ein ganz großer polnischer. Von den Polen hielt fast das ganze Stadion zu Italien. Die deutschen-Fans kamen fast ausschließlich aus Deutschland. An den Rändern der Blöcke kam manchmal auch etwas Unruhe mit provozierenden Polen auf. War aber nichts ernstes. Bei dem was man da manchmal an deutschen erleben mußte, fehlte auch wirklich genügend passendes Klientel. Da liefen Kerle mit schwarz-rot-goldenen Hasenohren rum. Dazu der übliche Unsinn, den sich manche freiwillig antun. Das Spiel eine riesen Enttäuschung. Da reiht sich viel aneinander, in letzter Zeit. Völlig enttäuscht trafen wir uns mit ein paar Leuten in einer Pinte am Stadion. Später wieder die Bierbude am Hotel. Hier noch bis etwa 03:00 oder 04:00 Uhr frustsaufen. Um 07:00 Uhr wieder raus. Noch ordentlich schwindelig versuchte ich zu duschen und alle meine Sachen zu finden. Jetzt noch  nach Berlin und schließlich nachhause. Zog sich wie Gummi. Am Abend war die EM vorbei und ich daheim. Jetzt muß etwas Erholung her. Ich fühle ich immer noch ziemlich abgekämpft. Die EM war im Fazit gut. Halbfinale ist kein schlechtes Ergebnis, doch gefühlt eine große Enttäuschung. Saufen war günstig mit leider wieder gewissen Nebenwirkungen. Ein paar Sachen verloren, ein blauses Auge, beim Alkoholsturz einen nicht nur blutigen, sondern auch verletzten linken Arm. Dort ist anscheinend etwas vom Knochen abgesplittert. Der Knast war auch nicht so prickelnd. Ein heikles Thema auch die Toilettenszene in der Ukraine und Polen. Was da Angeboten wird spottet aller Beschreibung. Da sind Kneipen mit hunderten Gästen und die haben eine einzige Schüssel für alle!!! Von den Klos in den ukrainischen Zügen, möchte ich gar keine Beschreibung abgeben. Alleine wegen dieser Zustände müßte man die Waggons nach jeder Fahrt komplett in den Sondermüll werfen. Trotzdem, bei aller (sich meistens selbst gemachten) Anstrengung, man hatte immer die Möglichkeit irgendwie unter zu kommen und Bier zu trinken. Leider können wir durch die Niederlage im nächsten Jahr nicht am Confed Cup in Brasilien teilnehmem. Selbst das wurde nicht erreicht, was die Sache noch trauriger macht. Für die Wirte in Kiew ist das Finale auch ein ziemliches Unglück. Würden Niederländer, Engländer, Deutsche, Iren oder Schweden die Wirtshäuser füllen und auf den Tischen tanzen, kommen mit Spanien und Italien zwei Mannschaften ins Finale, die nur wenige Fans (und auch kurz) mitbringen und für ihren Trinkkonsum nicht gerade berühmt sind. Aber damit müssen jetzt die Ukrainer leben.

Hier noch Impressionen:
Zugfahrt Charkow - Lemberg. Rechts Harm, ein feiner Kerl!















Schreiber3 in neuem Outfit




















Beflaggung in der Bungalowanlage















An der See















Fährfahrt zu Griechenland - Deutschland in Danzig















Kneipe vor dem Viertelfinale















Halbfinale Italien - Deutschland

















1 Kommentar:

Barz hat gesagt…

Schreiber3,ich bin total entsetzt!!!Schäm dich...!!

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