Seit ein paar Tagen sind wir nun unterwegs. Von Wien aus ging es mit dem Zug am 07 Juni weiter nach Budapest. Hier sollte ein paar Stunden spaeter der Nachtzug in die Ukraine abduesen. Jetzt befand sich vor dem Bahnhof Keleti Pu ein Restaurant, in dem es guenstiges Bier gab, welches reichlich genossen wurde. Problematisch dabei, dass uns schlussendlich der anvisierte Zug buchstaeblich vor der Nase wegfuhr. Der Alkohol ueber den Tag und schlechte Organisation machten es moeglich. Kurzerhand wurde die einzig moegliche Alternative abgeschlossen. Eine Taxifahrt ein paar Hundert Kilometer durch Ungarn, bis zur ukrainischen Grenze. Hier wurde der Zug auch locker erreicht. Beim unfreundlichsten Schaffner Europas stiegen wir ein und machten es uns bequem. Es wurde noch Bier getrunken, bis jeder im Suf einschlief. Der Zug war auch schon mit einigen deutschen-Fans belegt.
Am naechsten Morgen wurde Lemberg erreicht und zum Hotel gefahren. Hier gab es ueberhaupt keine Probleme. Das Hotelpersonal freundlich und der Fotzenbaer und ich hatten endlich wieder eine Dusche. Hier nach gleich in die Stadt und Einkehr in ein Irish Pub. Dort liefen irgendwann auch Zoni und Leipzig ein. Es wurde halt wieder Bier getrunken. Am naechsten Morgen gegen 5 oder 6 Uhr, musste ich mich vom Taxi ins Hotel fahren lassen, da gehen nicht mehr moeglich war. Noch ein paar wenige Stunden ins Bett und nun stand auch schon unser erstes Spiel gegen Portugal auf dem Plan. Schreiber1 und Chrissi waren auch da und ueber den Tag verteilt kam auch der Rest, der versoffenen Bande. An einer Kneipe ein paar Meter getrennt von der Fanzone war Sammel- und Saufpunkt. In der Stadt herrschte ein emsiges treiben, mit mehr deutschen-Fans. Alles war friedlich, auch wenn man immer wieder etwas zwielichtige Gestalten sah. Die Fahrt zum Stadion ziemlich behaemmert. Mit dem Taxi kommt man nicht ans Stadion ran und muss dann nochmal mit einem Bus weiter fahren. Auch sonst sah am Stadion nicht alles so richtig fertig aus. Das Stadion war mit weit mehr deutschen gefuellt. Neben portugiesen und ukrainern waren auch recht viele Polen vor Ort. Die Rueckfahrt in die Stadt verlief wieder ziemlich kompliziert. Langer Weg bis zu einem Bustreffpunkt und dann mit hunderten Menschen warten, ob auch mal ein Bus kommt. Mit etwas Glueck, lief ich so einem in die Arme und konnte auch in die Innnstadt fahren. Bei uns am Hotel trudelten nach und nach die bekannten Leute ein und ein feucht froehliches saufen und lachen setzte sich bis etwa 5 Uhr 30 fort.
Dementsprechend war der gestrige Tag koerperlich nicht mehr wirklich gut. Mit Hagen, den Leipzigern, Zoni und Barz wurde zuerst der Bahnhof aufgesucht, damit diverse fehlende Reisen noch gebucht werden konnten. Danach ein Bier vor dem Bahnhof, welches schon fast wieder verdunsten war als wir es hatten. So langsam war der Einschenkungsvorgang. Ich trennte mich spaeter, da heute besonders angedacht war. Ich wollte in die Oper! So viertel vor 6 kam ich mit der Bimmelbahn an der Oper an. In der Fanzone spielte eine Liveband. Unheimlich viel krach und auch ziemlich viel los. Direkt hinter der Fanzone steht die Oper. Wieder davor standen sich herausgeputzte Menschen und ich mittendrinn, mit Deutschland Polohemd, New Balance Turnschuhen und einem Anblick, bei dem man sich schon denken kann, dass reichlich Bier geflossen ist. Zuerst habe ich mich so sehr geschaemt, dass ich vorbei gegangen bin. Dann habe ich mir aber neuen Mut gefasst und bin zurueck. Bei dem Laerm vom Livekonzert war mir gar nicht sicher, ob meine Opernauffuehrung heute ueberhaupt stattfinden kann? Rein in den Palast, Ticket gekauft und ab an der Karten Abreissomi vorbei ins Getuemmel. Natuerlich habe ich mich ganz nach hinten in die letzte Reihe gesetzt. Der Anblick der Oper wirklich sehr schoen. Gebaut zu Zeiten Oesterreichicher Kontrolle, sieht man die Qualitaet. Die Auffuehrung selbst habe ich bis zum Schluss durchgehalten (2Akte rund 2,5 Stunden). Vor der EM hatte ich ja eine ziemlich grosse Klappe, dass ich es schaffen werde nuechtern in die Oper zu gehen. Viele haben gelacht, jetzt habe ich es tatsaechlich vollbracht. Nach der Oper wieder Kneipe und saufen.
Von der Euro bekommt man hier kaum was mit, da wir entweder voll oder unterwegs sind. In den Kneipen stehen zwar Fernseher aber man ist halt zu sehr mit sich selbst beschaeftigt. Die Ergebnise wissen wir aber schon, ganz so schlimm ist es nicht. Die uebliche Problematik ist auch immer wieder die gesundheitliche Verfassung. Es schlaucht halt alles.
Heute fahren Fotzenbaer Hagen und ich mit dem Zug von Lemberg nach Charkow. Die Reise dauert gut 18 Stunden! Hauptsache wir kommen an. Durch die lange Fahrt koennen wir heute leider weder das Englandspiel als auch das Match der Ukraine verfolgen. Geruechteweise hoert man hier etwas von diversen Knallereien, die es schon gegeben haben soll, doch so richtig bestaetigt habe ich noch nichts. Seite Tagen nehme ich heute ueberhaupt wieder Nachrichten auf, dem Internetladen sei Dank.
So jetzt ist schluss mit der Schreiberei, ich habe keine Lust mehr. Ausserdem kam gerade der Fotzenbaer und lud mich zum Biergeraten ausserhalb dieser Bude ein.
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