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Sonntag, 24. Juni 2012
Oh jeh
Alles verlief ziemlich normal. Die Gegend hier an der Ostsee ist ganz schoen und als normale Menschen kann man hier entspannt Urlaub machen. Bei so einer versoffenen Truppe wie wir ist das zwar etwas anders aber das liegt ja nicht an den Polen. Zum Griechenlandspiel nach Danzig reisten wir ueber Hell mit dem Schiff an. Hell liegt an einer Landzunge, die in Meer hineinrecht. Das Schiff dockt dann tatsaechlich in der Danziger Innenstadt an. An einer Kneipe in der Partymeile wurde dem Alkohol zugesprochen. In der Stadt bei weitem wieder mehr deutsche Fans als der Gegner. Mit der Zeit trieb der Alk aber leider wieder sehr viel Unfug mit mir, was noch fatale Folgen haben sollte. Ab nun weiss ich eigentlich fast nichts mehr. Zunaechst hatte ich eine Klopperei mit einem anderen deutschen, was mir ein grandioses blaues Auge einfing. Danch bin ich im Delirium auf die Strasse geknallt und habe mir den linken Arm aufgescharbt. Zur Kroenung liess man mich nicht ins Stadion und ich wurde verhaftet. Am naechsten Morgen stellte ich fest, dass ich zwischen drei fuerchterlich schnarchenden Polen im Knast sass. Man holte mich mal raus und ich musste Pusten. Bei immer noch 1,2 Promillen wurde ich aber sofort wieder in die Zelle verfrachtet. Das Gefaengnis war ein totales Rattenloch in einem Keller. Von den mit mir einsitzenden Polen erfuhr ich, dass man erst rauskommt, wenn man wieder auf 0,0 Promille ist. Was fuern Scheiss! Wie lange soll ich denn da noch rumhocken? Der eine Pole fing an zu rebellieren und jedes dritte Wort war Kurwa. Die konnten zwar fast kein english, doch ihr Verhalten mir gegenueber war sehr freundlich. Der Typ, der fuer die Aklkoholtests zustaendig war, war eine ziemliche Hohlbirne. Von dem hatte ich erstmal nichts positives zu erwarten. In deutschen Gefaengnissen wird man als Alki am naechsten Morgen rausgelassen, doch wie lange sollte das hier noch dauern? In einem dunklem Loch in Polen. Erstaunlich die Massnahmen in dieser Anstallt. Jeder musste sich bis auf die Unterhose ausziehen und wurde erst dann in die Zelle gesteckt. Zum trinken gab es nach Anfrage eine alte Plastikflasche ohne Verschluss, in die man sich etwas Tee einfuellen durfte. Aus Gruenden der Bewegungen klingelte ich mal an um auf Toilette zu gehen. Der Schwachkopf oeffnete mir und nach dem Pissen kam ich nicht mehr raus, da die Tuer abgeschlossen war. Jetzt folgte endlich mal wieder das Glueck in meinem Leben. Nach ein paar Minuten ging die Tuer wieder auf und ich wurde in einen anderen Raum gefuehrt und eingeschlossen. Etwas spaeter kam ein weiterer eingeknastete deutsche und wir wurden nochmals nach unseren Namen gefragt. Dort wurde festgestellt, dass wir Fussball-Deutsche sind und auf einmal bekamen wir unsere Kleidung wieder. Leider komplett ohne Wertsachen. Diese gab es spaeter an an einer anderen Stelle auch wieder zurueck. Erstaunlich, da die Polen mir gesagt haben die Bullen wuerden klauen. Vielleicht haben etwas Geld geklaut, doch das war mir in diesem Moment egal. Beim rausgehen habe ich gesehen warum ich so ein Glueck hatte. Der andere deutsche wurde von seinen Kumpels empfangen, die sich fuer die Freilassung eingesetzt hatten. Da war ich mal eben so der Trittbrettfahrer. Bevor die Policja doch noch mal kommt machte ich mich schnell vom Acker Richtung Bahnhof. Ich sah gestern aus wie ein Penner. Blaues Auge, blutiger Arm, dreckige Kleidung und eine Friseur wie ein Clochard. In meinen Entlassungsunterlagen konnte ich sehen, mit was fuer einer Promillezahl die mich aufgegriffen haben. Es waren 3,34 Promille. Das man da nicht mehr so ganz Herr seiner Sinne ist duerfte klar sein. Mit dem Zug fuhr ich ueber Gdingen wieder hier hin zu unserem Ort. Nun bekam ich aber leider niemanden der Truppe ans Telefon, es war wie verhext. In einer Kneipe, wo wir uns oefters aufhaletn war auch niemand, also wieder zum Bungalow gelatscht. Dort war die Tuer abgeschlossen und kein Schwein zu sehen. Den einen Schluessel hatten die Chaoten mitgenommen und der andere lag 5 cm hinter dem verschlossenem Fenster. Am Strand neben einer Kneipe wurde ich doch noch fuendig und ich hatte die Geruempeltruppe wieder gefunden. Gegen 13:15 Uhr wurde ich in Danzig entlassen, jetzt konnte ich endlich wieder etwas entspannen. Abends dann Kneipe und Fussball gucken. Heute zum naechsten Viertelfinale wird es sich aehnlich abspielen. Barz und ich haben eben bereits heldenhaft unser Hotel fuer Warschau zum Halbfinale gebucht. Davor hatte ich mir eine neue etwas groessere Sonnenbrille geholt, da man andauernd aufgrund seiner Laedierung von den Leuten angeglotzt wird. Die denken sich wahrscheinlich sonst was? Eigentlich macht man hier Urlaub und dann kommen solche Typen aus Deutschland. Der Kampf geht weiter! Nach Warschau vermutlich wieder in die Ukraine.
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