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Dienstag, 1. Juli 2014
Die naechste Zeit
Am Abend vor dem Spiel gegen die USA wurde nochmal kraeftig gebechert. Dementsprechend wachte ich am naechsten Morgen etwas geraedert auf, doch das war an diesem Tag nicht das groesste Problem. Beim Anblick nach draussen, sah man Recife foermlich unter Wasser stehen. Kein Taxi wollte uns mitnehmen und falls doch, dann zu Astropreisen. Nachdem ich eine Minute auf der Strasse war, kam auch schon die erste Welle, die mich von unten voellig durchnaesste. Von oben sorgte der unaufhoerliche Regen fuer ein Gefuehl, als wenn man ins Schwimmbecken gesprungen waere. Die Schuhe habe ich mir bald ausgezogen und bin Barfuss weiter durch die Fluesse gelaufen. Zu unserem grossen Glueck, fuhren nicht weit entfernt Busse zu einer Metrostation, die dann in (einigermassen) Naehe des Stadions anhielt. Nun musste noch Extra ein Bus bestiegen werden, der es schaffte etwas einen Kilomter vor dem Stadion alle Fans rauszuwerfen, damit diese zu Fuss durch den stroemenden Regen und Morast laufen mussten. Eine gut ausgebaute Strasse neben dem Fussweg war nur fuer FuckFifa und Konsorten da und wurde dementsprechend kaum benutzt. Im Stadion Sachen zum trocknen aufgehangen und dem 1:0 Sieg verfolgt. Ich denke es waren mehr Amis als deutsche im Stadion. Nach dem Spiel ging die Suche nach einer Kneipe los. Das Stadion liegt mitten in der Pampa. Zum Glueck wurde etwas versteckt auch eine Schaenke gefunden, in der bis zum umkippen weiter gefeiert wurde. Am naechsten Tag musste ich in Recife umziehen und war nun privat untergebracht. Das Haus lag im Zentrum in der Naehe des Meers, so konnte man seine Zeit gut verbringen.
Vorgestern ging es ueber Rio de Janeiro nach Porto Alegre. In Rio am Flughafen lief Ned-Mex und die Grossbildleinwand war gut besucht. Als ich in den Flieger nach Porto Alegre stieg stand es noch 1:0 fuer Mexiko. Das Ende duerfte bekannt sein. Hier in Porto Alegre ist es wesentlich kuehler. Temperaturen von etwa 15 Grad, Nachts noch tiefer. Den Vorabend des Achtelfinals gegen Algerien verbrachten wir in einer Kneipenstrasse. Nun war es wieder soweit, dass Barz am Spieltag Geburtstag hatte. Dementsprechend wurde reingefeiert. Es nahm ein schreckliches Ende mit Tequila. Als ich gestern wach wurde, dachte ich, in mir ist eine Bombe eingeschlagen. Ich war total fertig! Kurz nach dem Duschen musste ich zur ersten grossen Kotzaktion ausholen. Ich kam mit Zoni an einen Marktplatz an, als gerade der deutsche Fanmarsch Richtung Stadion begann. Es war aber noch frueh und wir suchten erstmal den Rest in einer Kneipe. Ich trank eine Flasche Wasser und musste wenig spater wieder zum Kotzen lossprinten. Gerade noch so habe ich den Ausgang der Kneipe erreicht. Um an etwas Luft zu kommen, bin ich dann mit Zoni die gut 5 Kilometer zum Stadion gelaufen. Eine Fanstrasse, die direkt zum Stadion fuehrt. Bis man dann aber endlich im Stadion war, musste man noch etliche FuckFifa Tingelei durchmachen. Sperrung hier, Schlange da, Vorschrift dort. Das Spiel sicher keine Blume unserer Nationalmannschaft. Immerhin gewonnen und im Rennen geblieben. Auch drei kleinere Bloecke mit Algerien-Fans gab es. Die normalen Brasilianer haben allerdings so ziemlich alle auch zu Algerien gehalten. Ausnahme die Deutschstaemmigen, etwa solche aus der Region Blumenau, die teilweise mit Trachten und Musikkapelle zum Stadion zogen. Aus Deutschland wieder ein paar tausend da. Ich war den ganzen Tag einfach nur fertig und blieb nach dem Spiel auch nicht sehr lange mit den anderen zusammen. Fuer mich war Erholung angesagt.
Heute musste ich in ein anderes Hotel umziehen. Habe eben Argentinien - Schweiz geguckt (im TV) und sitze nun in der Lobby am Rechner. Gleich gibt es Fussball und Bier wieder in die Stadt. Ich habe mich wieder regeneriert und auch schon die ersten Biere getrunken. Das war gestern ausgeschlossen ohne gleich wieder ein Koetzelchen zu machen. Morgen dann Flug von Porto Alegre nach Rio de Janeiro.
Hier ist bei Deutschlandspielen von der FuckFifa uebrigens ein Fahnenverbot ausgegeben worden. Bei jedem Spiel gibt es Aerger, mit zum Teil Handgreiflichkeiten. FuckFifa sieht es nicht gerne, wenn Fussball-Fans ihre eigene Fankultur leben.
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