Ticker
Freitag, 4. Juli 2014
Frank im Glueck?
Die Busfahrt zum Kuestenort dauerte drei Stunden. Es war total scheisse! Als der Bus gerade abfahren wollte, hatte ich einen Platz fuer mich alleine. Doch ploetzlich tauchten eine Gruppe Inder auf und wollten auch rein. Mir schwahnte schon boeses. Natuerlich kamen die genau dort hin, wo ich sass. Die Typen mueffelten und nervten. Kurz nach Mitternacht kam ich an und an der Bushaltestelle war es ausgestorben, ausser der Busladung bestehend aus den Indern, amerikanikanischen Knallkoepen und mir. Mit viel Muehe fand ich ein Taxi, welches mich zum Wucherpreis bis zur Pousada fuhr. Dort traf ich auf Barz und Zoni. Dreierzimmer gab es nicht, also durfte ich mir auch noch ein 60 Euro Einzelzimmer goennen. Waere ich doch in Rio geblieben. Mit Barz noch zwei Bier getrunken und dann in mein Zimmer und ein Hotel fuer heute in Rio gebucht. Eine weitere Nacht mit stressiger Anreise, wollte ich nicht haben. Barz erging es am Tag zuvor noch schlechter. Er bekam gar keinen freien Platz mehr und durfte die komplette Nacht im Busbahnhof von Rio verbringen. Unter dem Zimmer der beiden wohnten wohl ziemlich labile Typen. Schon als ich da war klopften sie vor die Decke. Spaeter muss Barz dermassen laut geschnarcht haben, dass die Untermieter nach mehreren Protestversuchen aufgegeben haben und gegen 03:30 Uhr die Pousada verlassen haben. Ich bin auch erst gegen 03:30 Uhr ins Bett zum schlafen gekommen, habe davon aber nichts mehr mitbekommen.
Am naechsten Morgen konnte man erkennen, dass es sich um einen sehr schoenen Ort handelt und die Pousada sowieso gehobenere Klasse war. Nur sollte man dann auch ein paar Tage ohne Fussball bleiben. So wollte ich gegen 14:00 Uhr wieder nach Rio konnte aber gleich wieder zurueck, da erst um 16:30 Uhr ein Platz frei war. Mir schwahnte schon wieder eine aetzende Rueckfahrt, als es doch ganz anders kam. Neben mir am Platz sollte eine Kaffebraune etwa 25 Jaehrige mit rund 3 Jahrigem Kind sitzen. Ich wies darauf hin, dass dies doch mein Platz waere, sie nun jedoch deutlich machte, dass Kind auf den Schoss zu nehmen. Ich guckte gar nicht gross hin und dachte, besser als die mueffelnden Inder von gestern. Die beiden verhielten sich absolut tadellos! Keine vermehrte Platzeinnahme ruhig und immer freundlich. Mit der Zeit kam ich mir mit dem Maedel auch immer neaher. Nach einer Buspause war es c.a.17:30 Uhr und es wurde langsam dunkel. Hier in Brasilien ist es Winter. Als der Bus dann dunkel war, dachte ich mir: Mach et Otze! Ich fing an sie zu streicheln etc. Die Frau machte keine Gegenwehr, was ja schon mal recht zuversichtlich ist. Das Kind war entweder am schlafen oder guckte gebannt aus dem Fenster. Wir kamen uns immer naeher, bis es dann richtig klasse wurde. Das Kind wurde nun ans Fenster gesetzt und zwischen uns meine Kaffebraune Liebschaft. Fuer die ganz intimen Sachen haben wir die Jacke von dem Kind genommen und ueber die jeweiligen Koerperstellen gelegt. Eine Busfahrt ins Glueck. Dank Stau in Rio hatten wir ueber eine halbe Stunde Verspaetung, was in diesem Fall, die wohl schoenste Verspaetung meines Lebens war. Nun stiegen wir alle aus dem Bus und holten das Gepaeack aus dem Stauraum. Ich half beim tragen und wir drei standen in der Halle. Jetzt kam leider ein entscheidendes Problem. Auch sie verstand nichts. Man koennte besser sagen gar nichts! So ist das bei vielen Brasilianern. Was nun? Ich wollte ihr erklaeren, dass ich im Hotel Castelo bin aber ich glaube, auch dass hat sie nicht verstanden. Sie versuchte staendig zu telefonieren. Mit wem? Ihrem Mann? Wuerde er sie abholen und ich begruesse ihm mit: Guten Tag, ich bin der, der gerade ihre Frau gefingert hat? Wir kamen zu keiner Verstaendigung, ausserdem musste ich ja auch mal einchecken. Mit dem erneuten Hinweis, dass ich im Castelo bin verabschiedete ich mich und lies die zwei stehen. Schon ein paar Sekunden spater, ist mir fast schlecht geworden, wegen meinem erbaermlichen Verhalten. Aber was sollte ich tun? Nun blieb die Frau mit Ihrem lieben Kindchen da stehen und ich verschwand still und leise, wie ein reudiger Hund. Wuerde ich wissen, um wem es sich da gehandelt hat, ich haette kein Problem mich zu entschuldigen. Macht man das ganze mit einer Prostituierten, dann ist das etwas geschaeftliches und meistens wird der Freier abgezogen. Doch im Bus einen auf Liebe machen und dann weglaufen ist ziemlich arm. Gerade, wo ich doch immer einen so besonders grossen Wert auf Anstand lege. Eine neue Familie gruenden wollte ich zwar nicht aber es haette auch anders verlaufen koennen.
Danach bin ich mit dem Taxi zu meinem Hotel im Ortsteil Lappas gefahren. Das Ding ist zwar eine ziemlich abgefuckte Huette, dennoch Downtown und absolut im Kneipenviertel. Hier gibt es Kneipen ueber Kneipen, die alle brechend voll sind. Schon der Taxifahrer sagte mir, dass dies das beste Viertel zum Biertrinken ist. Da alles so brechend voll ist, habe ich mir eben zwei Buechsen beim Sttrassenverkaeufer meines Vertrauens geholt und mich an einem Platz gesetzt. Dabei konnte man die Szenerie gut beobachten. Wenn ich den Bericht fertig geschrieben habe, werde ich dann aber irgendeine Kneipe suchen, die auch fuer mich noch ein Plaetchen frei hat. Auch in dieser Strasse ist der Internetladen, in dem ich gerade schreibe. Es lag mir am Herzen, meinem schlechten Gewissen Luft zu machen. Bier hin - Bier her.
Morgen muss ich in der Frueh wieder in ein anderes Hotel umziehen, ehe es dann zum Viertelfinale Frankreich - Deutschland ins Maracana geht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen